Die neuere Geschichtsforschung hat das Bild von der Hanse als einer geschlossenen politischen Organisation aufgegeben und sich den stark unterschiedlichen Interessenslagen der verschiedenen hansischen Räumen zugewandt. Zahlreiche Aspekte der Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte der Hanse insgesamt und der Landesgeschichte einzelner hansischer Regionen verfolgen die Autoren anhand der inneren Organisationsstruktur und der äußeren Beziehungen der Hanse. Der Vergleich mit außerhansischen Handelsmächten wie Venedig oder Genua zeigt die europäische Dimension des Hansehandels. Zentrales Thema werden die die Hanse gestaltenden Menschen und ihr Wirken. Wer waren die Führungspersonen, ihre Familien und wer gehörte zu den Führungsgruppen? Wie traten sie in ihren Städten selbst, gegenüber Stadt- und Territorialherren, wie gegenüber König und Reich und schließlich gegenüber den Herrschern in den Zielländern ihres Handels auf? Mit der Personenforschung wird die Hanse anhand konkreter Lebensläufe greifbarer und verläßt die Metaebene abstrakter Betrachtung.