Ausstellungen

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Kultursommer Rheinland-Pfalz 2008: „Arbeitsplätze“


Ausstellung in der TUFA Trier vom 22. Mai bis 15. Juni 2008:
„Arbeitswelten zwischen Stahl und Beton“
Momentaufnahmen von Herta Häfele-Kellermann

Der Abriss der traditionsreichen Paulinus-Druckerei und der dazugehörigen Buchhandlung Interbook zu Beginn des Jahres 2006 war für mich als Verlegerin der Anlass, die weitere Entwicklung auf der Großbaustelle „Trier-Galerie“ in Bildern festzuhalten.

Wurden hier zu Zeiten „des Paulinus“ Arbeitsplätze im Bereich des Druckereigewerbes und des Buchhandels bereitgestellt, so entstanden mit dem Abriss von Druckerei, Buchhandlung und City-Parkhaus und dem Bau der Trier-Galerie - zeitlich begrenzt - Arbeitsplätze in den verschiedenen Sparten des Baugewerbes. Nach Fertigstellung des „Shopping-Centers“ werden hier auf 15 000 Quadratmetern Arbeitsplätze im Verkauf und auf weiteren 5 000 Quadratmetern Arbeitsplätze in Gastronomie und Dienstleistung geschaffen.

Die Großbaustelle als Motiv

Für den Vorübereilenden ist die Großbaustelle ein Ort der Anhäufung von Material und technischem Gerät, beherrscht von einer nicht zu überschauenden Zahl von Menschen, die hier ihre Arbeit verrichten. Der verweilende Betrachter nimmt eine präzise Vernetzung der unzähligen, parallel verlaufenden Arbeitsprozesse sowie der exakt kalkulierten Materialversorgung und -entsorgung wahr. Das Ineinandergreifen dieser Komponenten setzt eine differenzierte Logistik voraus, die im Hintergrund abläuft und die, wenn überhaupt, auf der Baustelle in der Person eines Bauleiters zu beobachten ist.

Es ist die ungeheuere Komplexität, die die Baustelle als Motiv interessant macht: Die Vielfalt der Materialien, Formen und Farben, die Vielzahl der Menschen, eingebunden in unterschiedlichste Arbeitssituationen und nicht zuletzt die mit dem Baufortschritt verbundene, ständige Veränderung des Geländes. Die eigentliche Faszination aber liegt in der Entdeckung einer „Ästhetik“ der Baustelle: Gemeint ist der Augenblick, in dem sich Alltägliches oder Besonderes im Zusammenspiel von Motiv, Licht und Perspektive zu einer spannungsreichen Einheit verbindet und sich die atmosphärische Situation des Augenblicks im Bild widerspiegelt.